Tornedalen

Tornedalen bezeichnet die Region links und rechts des Flusses Torneälv im finnisch-schwedischen Grenzgebiet. Ursprünglich war das gesamte Tal Teil der historischen schwedischen Provinz Lappland und später Norrbotten. Im Zuge der Neugliederung Schwedens und Russlands 1809 jedoch wurde die Region östlich des Torneälv Teil des russischen Generalgouvernements Finnland, der westliche Teil dagegen verblieb in der schwedischen Provinz Norrbotten.

Seit dem 12. Jahrhundert war Tornedal überwiegend durch finnisch-sprachige Bewohner mit einem eigenen Dialekt (Meänkieli) besiedelt. Nach der Teilung der Region in einen finnischen und einen schwedischen Teil 1809 entwickelte sich die Sprache beiderseitig des Flusses unterschiedlich. Während auf der finnischen Seite Finnisch weiterhin die Hauptsprache blieb, setzten im Laufe des 19. Jahrhunderts auf schwedischer Seite zahlreiche Versuche ein, die Bevölkerung zur schwedischen Sprache oder zumindest zur Zweisprachigkeit zu bewegen. 

Erst Ende der 1970er Jahre wuchs in der Bevölkerung der Drang, die finnische Sprache in Schweden (Meänkieli) wieder aufleben zu lassen, was sich in vielseitigem Vereinsleben, Zeitungen, lokalem Theater und in der Literatur widerspiegelt. 1999 wurde Meänkieli als Sprache und der Status der finnisch-sprachigen Bevölkerung von Tornedalen als Minderheit in einem Beschluss des schwedischen Riksdag offiziell anerkannt. 2007 schließlich wurde erstmals die „Tornedalsflagge“ als Symbol mit offiziellem Status für die grenzüberschreitende Region Tornedalen gehisst.

Das Sondersammelgebiet Skandinavien verfügt über umfangreiche Bestände zur Geschichte, Sprache und Kultur in Tornedalen. Klicken Sie auf eines der Bilder, um im Online-Katalog der Universitätsbibliothek oder der vifanord zum Thema zu recherchieren.

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Film: Einen Eindruck vom Leben in der schwedisch-finnischen Grenzregion vermittelt der Film "Populärmusik aus Vittula". Begleitend zur Ausstellung wird er am 18. Oktober um 11.00 Uhr im Studio-Filmtheater am Dreiecksplatz gezeigt