Norwegische Emigration

Aus Norwegen kam ein Schiff mit Emigranten. Der Segler war sehr klein, nur etwa 360 „Norwegian Commercial lasts“ beziehungsweise 45 amerikanische Tonnen und hatte 46 weibliche und männliche Passagiere an Bord, alle auf dem Weg nach Ontario, wohin vor einiger Zeit ein Agent gereist war, um Land zu kaufen. Ein solches Grüppchen Ausländer aus einem so fernen Land und an Bord eines Schiffes, dessen Größe kaum für den Atlantik geeignet schien, versäumte es nicht, ungewöhnlich starkes Interesse zu wecken. Die Reise hatte 14 Wochen gedauert und alle waren bei guter Gesundheit.

Ein solches Unterfangen zeugt von einer großen Dreistigkeit des Kapitäns und ebensolcher Abenteuerlust bei den Passagieren, die größtenteils einem Bezirk nahe der südwestlichen Provinz am Kap Stavanger entstammen. Die bäuerlichen Reisenden trugen  grobe, selbst hergestellte Kleider, die anders geschnitten sind als unsere amerikanischen, während die Städter mit Kattun, Baumwolle oder bunten Schals, vermutlich aus England importiert, bekleidet waren. (…) Die Route verlief über den englischen Kanal nach Süden über Madeira, wo man drei, vier Tage pausierte und von wo aus man direkt Kurs nahm auf New York, wo man mit einem zusätzlichen Passagier ankam, der unterwegs geboren wurde.

„Daily Advertiser“ vom 15. Oktober 1825, in: Theodore C. Blegen: Norwegian migration to America: 1825 - 1860, Band 1, Northfield 1931, S. 381-83 (eigene Übersetzung).

 

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