Carsten Niebuhr

Die Universitätsbibliothek Kiel verfügt über Zeugnisse einer der bedeutendsten Forschungsreisen, die im 18. Jahrhundert von Dänemark aus in die Welt führten. 1761 brach der norddeutsche Mathematikstudent Carsten Niebuhr mit einer kleinen, gelehrten Reisegesellschaft zu einer Forschungsexpedition in Richtung Arabischer Halbinsel auf. 

Die Erforschung von Niebuhrs Leben und der dänischen Arabien-Expedition besitzt in Kiel eine lange Tradition. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Teil seines Nachlasses heute in der Universitätsbibliothek der Christiana Albertina verwahrt wird. Unklar ist, auf welchem Wege die Aufzeichnungen von der Arabien-Reise, seine Vorarbeiten zum dritten Band der Reisebeschreibung, Zeichnungen, Probedrucke und Briefe nach Kiel kamen. Möglicherweise hatte eine Enkelin die Dokumente seinerzeit dem Kieler Orientalisten Justus Olshausen (1800-1882) übergeben.

Lange Zeit wurden die kostbaren Unterlagen teils in gebundener Form, teils in Kapseln sowie in einer Aktenmappe verwahrt. Einige Dokumente waren auf dem Dachboden des Bibliotheksgebäudes untergebracht, wo sie über lange Zeit in Vergessenheit gerieten. Noch nach 1950 verschwand wiederum das Originalmanuskript des Botanikers und Niebuhr-Gefährten Petrus Forsskål, um nur kürzlich in Stockholm wieder aufzutauchen und an die Förde zurückzukehren.

Erst im Jahre 2005 wurde der Kieler Teilnachlass von Carsten Niebuhr von Prof. Dr. Dieter Lohmeier in verdienstvoller Weise verzeichnet und neu geordnet. Heute sind die Originaldokumente eingescannt und über „Digitale Bestände“ auf den Seiten der Universitätsbibliothek abrufbar. Daneben besitzt die Universitätsbibliothek mit zeitgenössischen Publikationen weitere unschätzbare Quellen, die über eine einzigartige Reise in den Orient im Zeitalter der Aufklärung Auskunft geben.

Tippen oder klicken Sie auf das jeweilige Bild, um eine Recherche in der vifanord oder im Online-Katalog der UB Kiel zu starten.

 

vifanord_logo              UB Kiel